Jakobschaf

Abkürzung: JAS Rassenschlüssel: 44 VDL-Beschluss: 2005
Herkunft: Großbritannien Rassengruppe: Landschaf Rote Liste: -

Rassetypische Merkmale

Das Jakobschaf ist ursprünglich in Großbritannien beheimatet, wo es neben der Landschaftspflege zur Wollgewinnung eingesetzt wird. Es handelt sich um ein mittelgroßes, mischwolliges, langschwänziges, robustes Schaf, welches symmetrisch angeordnet zwei, vier oder sechs Hörner trägt. Die Farbe der Hörner ist schwarz oder schwarz-weiß gestreift, zwischen den Hornbasen soll Haut sein, bei Vierhörnern soll das obere Paar von der Oberseite des Kopfes nach oben wachsen, das untere Platz zwischen Horn und Kiefer lassen. Die Hörner dürfen das Tier weder verletzen noch beeinträchtigen. Der Kopf ist bis zum Hornansatz wollfrei, in der charakteristischen Farbe braunweiß bis schwarzweiß.

Rassetypisch ist ein Gesicht mit rein weißer Blesse und gleichmäßig schwarzen Backen und möglichst dunkler Nase. Die Ohren sind klein, aufrecht und leicht oberhalb der Horizontalen. Die klaren, großen Augen sind ohne Spaltung der oberen Augenlider. Die Beine sind unterhalb des Sprunggelenks unbewollt und weiß mit oder ohne dunkle Flecken gezeichnet. Die braunweiße oder schwarzweiße Wolle ist sehr gut spinnfähig. Das Vlies besteht aus feiner bis mittlerer Qualität (CD-Wolle) mit wenig Grannenhaaren. Das Vlies ist von offener Beschaffenheit und seidig glänzend. Die Länge des Vliesstapels ist 7-18 cm.

 

Zuchtziel

Züchtung eines mittelrahmigen Landschafes mit rassetypischer Ausbildung des Kopfes, der Hörner und der Färbung des Wollvlieses. Übermäßige Melierung der Wolle und deutlich sichtbare Spalten im Oberlid sind unerwünscht. Für Schauen gilt ein erweiterter Rassenstandard.

 

Leistungsdaten

Körpergewicht (kg) Vliesgewicht (kg) Ablammergebnis (%) Widerristhöhe (cm)
Altböcke 55 – 85 2,5 – 4,0 70 – 80
Jährlingsböcke
Mutterschafe 35 – 60 1,5 – 3,0 150 65 – 70
Jährlingsschafe

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 150 - 200 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35 bis 40 kg.

 

Erweiterter Rassenstandard Jakobschaf

Die u. a. Empfehlungen wurden auf dem Treffen der Interessengemeinschaft der Jakobzüchter am 04./05. September 2004 in Berne, Weser-Ems, diskutiert und gefasst. Es waren elf Züchter beteiligt. Die Empfehlungen sollen sowohl Züchtern als auch Zuchtleitern als Ergänzung zum Rassestandard dienen. Die Erläuterungen betreffen nur spezifische Merkmale des Jakobschafes, nicht allgemeine Merkmale wie Durchtrittigkeit, Bein- oder Zahnfehler, Senkrücken etc. Ein zuchtausschließendes Merkmal sollte ausreichen, um ein Tier nicht zu kören. Das Auftreten mehrerer unerwünschter Merkmale kann zum Zuchtausschluss führen.

Wünschenswerte Merkmale

Akzeptable, aber weniger wünschenswerte Merkmale

Zuchtausschließende Merkmale (eines reicht zum Ausschluss)

Kopf

  • frei von Wolle vor den Hörnern
  • reinweiße Blesse mit gleichmäßig schwarzen Backen
  • gleichmäßig gezeichnetes Gesicht
  • dunkle Nase
  • Zippen sollten ein feineres, weibliches Erscheinungsbild haben
  • Böcke sollten im Erscheinungsbild kräftiger und männlich sein

 

  • unterhalb des Auges entfallene Augenflecken (keine durchgehende Maske)
  • schmale  Blesse
  • rosa oder gefleckte Nase
  • leichte Tendenz zur Ramsnase

 

  • fehlende Gesichtszeichnung
  • Wolle vor den Hörnern
  • großer, quadratischer Jakob-untypischer Kopf

Ohren

  • klein, aufrecht und leicht oberhalb der Horizontalen
  • weiß, dunkel oder gefleckt

 

  • etwas größere Ohren, aber noch proportional zum  Körper

 

  • große, hängende Ohren und/oder unproportional zum Körper

Augen

  • klare, große Augen, keine Anzeichen von Spaltung der oberen Augenlider
  • Farbe: braun, blau oder marmoriert

 

 

  • deutlich sichtbare Spalte im Oberlid
  • weiße Augen

Hörner

  • zwei, vier oder sechs Hörner, wenn sie symmetrisch angeordnet sind
  • Stutzer erlaubt
  • Farbe: schwarz oder schwarz-weiß gestreift
  • Haut zwischen den Hornbasen
  • bei Vierhörnern soll das obere Paar von der Oberseite des Kopfes nach oben wachsen
  • die unteren Hörner sollen Platz zwischen Horn und Kiefer lassen
  • die Hörner sollen dem Tier stets Verletzungsfreiheit sichern und es nicht behindern
  • Zippen haben weniger ausgeprägte Hörner als Böcke

Böcke

  • fehlende Haut zwischen den oberen und unteren Hörnern

Zippen

  • unsymmetrische Hörner
  • zusammengewachsene Hörner
  • drei oder fünf Hörner
  • sich verschieden entwickelnde und unsymmetrisch sitzende Hörner

Böcke und Zippen

  • weiße Hörner
  • leicht vorwärts neigende Hörner, die beim Grasen nicht behindern

 

  • hornlose Tiere bei beiden Geschlechtern
  • vorwärts weisende Hörner, die sich zu den Augen drehen oder über die Nase hinaus wachsen und das Tier am natürlichen Grasen hindern
  • einengende oder enganliegende Hörner, die nicht genug Platz zu Hals oder Kiefer lassen

Böcke

  • unterentwickelte Hörner
  • zusammengewachsene Hörner
  • sich verschieden ent-wickelnde und unsymmetrisch sitzende Hörner bei Vierhörnern

Hals/Nacken

  • stark, mittlere Länge
  • gut auf den Schultern sitzend

 

 

Schwanz

  • Böcke und Zippen sollten ihren bewollten Schwanz ungekürzt behalten

 

 

  • natürlicher fetter oder kurzer Schwanz

Beine

  • fein bis mittelstarke Knochen
  • mittlere Länge
  • unbewollt unterhalb des Sprunggelenks
  • Farbe: weiß mit oder ohne dunkle Flecken
  • Klauen schwarz oder schwarz-weiß gestreift

  • mehr als ein Drittel dunkle Beine
  • weiße Klauen

  • vollständig dunkle Färbung eines Beines
  • Wolle unterhalb des Sprunggelenks

Körperbau

  • ausgewachsene Böcke wiegen 55 – 85 kg
  • ausgewachsene Zippen wiegen 35– 60 kg
  • langer Rahmen, gleichmäßig bemuskelt, mit gut gewölbten Rippen
  • fein bis mittelknochig mit geradem Rücken
  • tiefe Brust

 

 

Körperfarbe und Vlies

  • ungleichmäßig gefleckt, grundsätzlich weiß mit dunklen  Flecken
  • 60 % weiß und 40 % schwarz, braun oder lila gefleckt
  • die Haut unter dem weißen Vlies ist rosa, unter den Flecken dunkel
  • Bauch bewollt
  • von feiner/mittlerer Qualität mit wenig Grannenhaar
  • das Vlies ist von offener Beschaffenheit, elastischem Griff und seidig glänzend, CD-Wolle
  • die Länge der Vliesstapel ist 7 – 18 cm
  • Durchschnittsgewicht bei Zippen 1,5 – 3 kg, bei Böcken 2,5 – 4 kg

  • Farbflecken, die etwas auslaufen
  • Pigmentierung der Haut in weißen Partien
  • extrem abgesetzte Stellen im Vlies, bei  denen die dunklen Fasern deutlich kürzer als die weißen sind oder umgekehrt bei erwachsenen Schafen

  • feine Vliese mit einer Feinheit von A und feiner
  • grobe Vliese mit einer Feinheit von E und grober
  • kurze spröde Vliese mit viel Grannenhaar
  • übermäßige Melierung in der Wolle
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