GAP nach 2020, Weidetierprämie, Wolf und Satzungsänderungen

Breite Themenpalette bei der Mitgliederversammlung

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung unseres Verbandes, zu der ca. 40 Mitglieder begrüßt werden konnten, hatte der Vorsitzende Jürgen Lückhoff am 21. April nach Karow eingeladen.

Zu Beginn stellte Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt fest, dass sich die Schafbestände im Land zwar in den letzten drei Jahren stabilisiert hätten, die schwierige wirtschaftliche Lage der Schafhalter aber anhalte. Ziel sei es, den derzeitigen Bestand mindestens zu erhalten. Er stellte den Schaf- und Ziegenhaltern das Modell aus Mecklenburg-Vorpommern „Veränderungen anschieben – Vorschläge für die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) nach 2020“ vor, dessen Kernthese die Koppelung der künftigen EU-Agrarförderung an das Erbringen ökologischer Leistungen der Landwirte ist.

Zur Einführung einer fakultativen gekoppelten Weidetierprämie für Schafe sagte Dr. Buchwald: „Wir haben großes Verständnis für diese Forderung.“ Allerdings wäre das dazu notwendige Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene in dieser Förderperiode nicht umzusetzen.

Der Vorsitzende unseres Verbandes sieht das Problem eher im fehlenden politischen Willen und forderte auch die Unterstützung des Bauernverbandes ein. Die aktuelle Situation der Schafhaltung in Deutschland entspreche genau den Voraussetzungen, die die EU für die Gewährung einer Koppelung verlangt. Die Nicht-Teilnahme des LSZV an der Übergabe der Petition zum Erhalt Schäfereien vor dem Landtag begründete er damit, dass man erst im Dezember und Januar Gespräche mit allen fünf Fraktionen im Landtag geführt habe und im März ein einstimmiger Beschluss zur Unterstützung der Schafhaltung im Landtag gefasst wurde.

Zum Thema Wolf verwies Dr. Buchwald auf Beschlüsse der Umweltministerkonferenz vom November, an denen Mecklenburg-Vorpommern mitgewirkt habe. Außerdem kündigte er an, dass die zum Jahreswechsel fällige neue Förderrichtlinie u. a. Verbesserungen bei Höhe der Förderung und der Beseitigung des De-minimis-Problems bringen dürfte. Der Verband war in die Beratungen einbezogen. Der Verbandsvorsitzende erinnerte daran, dass durch die Forderung der Landesverbände über die VDL wesentlich dazu beigetragen wurde, dass das Problem Wolf in die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung aufgenommen wurde. Dort heißt es u. a.: „Wir werden die EU-Kommission auffordern, den Schutzstatus des Wolfs abhängig von seinem Erhaltungszustand zu überprüfen, um die notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können.“

Außerdem mussten die Teilnehmer umfangreiche Beschlüsse fassen, da Satzung und Zuchtbuchordnung an das geänderte deutsche Tierzuchtrecht angepasst werden mussten. Durch die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Verordnung (2016/1012) die zum 1. November 2018 für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gültig sind, waren die Änderungen zwingend erforderlich. Die Satzung unseres Verbandes teilt sich jetzt in einen vereinsrechtlichen sowie tierzuchtrechtlichen Teil. Die Zuchtbuchordnung, wie sie es vorher gab, existiert so nicht mehr. Vielmehr sind die tierzuchtrechtlichen Vorgaben Bestandteil der Satzung.

Des Weiteren wurde einheitlich für Schafe und Ziegen die neuverfasste der Maedi-Visna-/ CAE-Richtlinie (RL) beschlossen. In der neuen RL wurde das Untersuchungsalter der Tiere heraufgesetzt und der Bockzukauf aus nichtzertifizierten Beständen geregelt. Durch die RL sind auch die Grundsätze zur Beihilferegelung der TSK gegeben. Ebenfalls neu geregelt wurden die Zuständigkeiten sowie die Verpflichtungserklärung der Tierhalter zur Datenübergabe.

Durch größer werdende Bestände und Tierhandel insbesondere in der Ziegenhaltung hat die Bedeutung von Pseudotuberkulose (PseudoTB) deutlich zugenommen. Um die Krankheit in der weiteren Verbreitung und Durchseuchung weiter aufzuhalten und nicht betroffener Herden zu schützen, wurde die PseudoTB-Richtlinie verabschiedet. In betroffenen Beständen können so infizierte Tiere frühzeitig zu erfasst und entfernt werden. Das Gros der Bundesländer hat bereits PseudoTB-RL aufgelegt, und so wurde in Anlehnung bundesweiter Untersuchungs- und Anerkennungsschemata unsere RL erarbeitet. Aufgrund fehlender Melde- und Anzeigepflicht für die Pseudotuberkulose ist keine Beihilfefähigkeit durch die TSK gegeben, so dass eine Finanzierung über die De-minimis-Regelung möglich wäre. In der zukünftigen Planung soll die Betreuung der Bestände durch Schaf/Ziegengesundheitsdienst erfolgen.

Im Anschluss gab Sophie Düsing-Kuithan von der LMS Agrarberatung GmbH in einem kurzen Beitrag Auskunft über die Betriebsauswertung für schafhaltende Betriebe durch die LMS. Neben einem kurzen Überblick über die Entwicklung der Schafbestände wurde der konkrete Ablauf der jährlichen Auswertung und der daraus resultierende (minimale) Aufwand für die teilnehmenden Betriebe erläutert. Sophie Düsing-Kuithan betonte zum Schluss des Vortrags, dass die Teilnahme an der Auswertung neben eigenen betrieblichen Vorteilen auch wesentlich die Interessenvertreter der Schafhal­tung unterstützt, indem eine solide Datengrundlage zur Schafhaltung erreicht und bereitgestellt werden kann.

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende bei den Mitgliedern und insbesondere den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle für die gute Arbeit und viele Aktionen im vergangenen Jahr, z.B. die Teilnahme an der zweiten Deutschen Jungzüchtermeisterschaft, der Durchführung der zweiten Bundesschau für die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe und der Präsentation erfolgreicher Böcke auf der Schwarzkopf- und Suffolk-Elite.

2018-06-12T13:28:20+00:00